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19. Januar 2012: Zur Grünen Woche: Tierrechtler fordern eine radikale Agrarwende

Die heute beginnende Internationale Grüne Woche in Berlin steht dieses Jahr auch unter dem Eindruck von neuen Landwirtschaftsskandalen wie dem Antibiotika-Einsatz in der Hühnermast und der Gefährdung durch multiresistente Keime. Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte sind diese Missstände systembedingt, und er fordert eine radikale Wende der Landwirtschaftpolitik.

„Die aktuellen Studien*, aus Nordrhein-Westfalen oder vom BUND, zeigen einmal mehr, dass die fortschreitende Industrialisierung des Agrarsektors ein Irrweg ist. Sie erzeugt unvorstellbares Tierleid und wird, neben den komplexen globalen Auswirkungen, zunehmend zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem für die Bevölkerung“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Dennoch boomt die tierquälerische Intensivtierhaltung. Allein in Niedersachsen sollen 200 neue Mastanlagen entstehen. Die staatliche Förderpolitik treibt eine Spezialisierung der Betriebe und damit die Industrialisierung der Tierhaltung weiter voran.

„Die Bundesregierung muss ihre Blockadehaltung aufgeben und auf EU-Ebene eine wirkliche Agrarreform möglich machen. Subventionen müssen zwingend an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien geknüpft werden. Auf Bundesebene müssen zudem effektive Maßnahmen ergriffen werden, um die tierquälerische Intensivtierhaltung hierzulande einzudämmen, wie beispielsweise die Abschaffung der baurechtlichen Privilegierung industrieller Großställe“, so Simons weiter. Um der Dringlichkeit einer umfassenden Agrarreform erneut Ausdruck zu verleihen, werden Verbandsvertreter auch an der Großdemonstration „Wir haben es satt!“ am Samstag in Berlin teilnehmen.

Dem Verbraucher empfiehlt der Verband, eine Ernährung ohne Tierprodukte zu bevorzugen, denn nur diese ist ohne das Leid von Tieren erzeugt. Praktische Unterstützung bietet der Verband durch sein Rezept- und Informationsportal an: http://www.culinaria-vegan.de/

* Eine kürzlich veröffentlichte Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) zum Antibiotika-Einsatz in der Hühnermast belegt, dass fast jedes Huhn während der Mast mit Antibiotika behandelt wird. Eine aktuelle Untersuchung der Umweltorganisation BUND ergab, dass mehr als die Hälfte aller untersuchten Hühnerfleisch-Proben aus Supermärkten Krankheitserreger enthalten, die gegen etliche Antibiotika resistent sind. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt, dass 22 % der Landwirte gefährliche multiresistente Keime in oder auf sich trägt. Die meisten dieser Landwirte arbeiten in der industriellen Schweinemast.

Kontakt: Pressestelle - Stephanie Elsner, Tel.: 05237 - 2319790, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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