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15. Juni 2015: Anzahl der Tierversuche mit gentechnisch veränderten Tieren innerhalb von zehn Jahren verdreifacht

Bundesregierung sieht dennoch keinen Anlass für Maßnahmen

Die Bundesregierung hat auf Anfrage der Grünen-Abgeordneten Nicole Maisch bestätigt, dass die Anzahl der Versuche mit gentechnisch veränderten Tieren in den letzten zehn Jahren stark angestiegen ist. Dazu legte sie erstmals Zahlen über einen längeren Zeitraum vor: seit 2004 stieg demnach die Anzahl der Tiere von 317.777 auf 947.019 im Jahr 2013. Besonders betroffen sind Mäuse (Anstieg von 302.143 auf 900.433 Tiere) und Fische (1483 auf 39.019). Die meisten Tiere wurden in der Grundlagenforschung eingesetzt. Diese Zahlen erfassen längst nicht alle gentechnisch veränderten Versuchstiere. So wurden bisher insbesondere die Nachkommen der Tiere kaum oder gar nicht erfasst. Eine entsprechende Nachweispflicht gilt erst seit 2014.

„Der Trend zu immer mehr genmanipulierten Tieren ist auch aus medizinischer Sicht problematisch“, sagt Dr. med. vet. Corina Gericke von „Ärzte gegen Tierversuche“. „Mäuse und andere Tiere werden genmanipuliert, um menschliche Krankheiten nachzuahmen. Doch diese Krankheiten haben vielfältige Ursachen und sind eben nicht durch das Ein- oder Ausschalten eines einzelnen Gens bedingt“, so Gericke weiter.

Der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen-Abgeordneten ist zu entnehmen, dass bislang keinerlei Maßnahmen geplant sind, um den Schutz der Tiere zu verbessern. Auch in der Erteilung von Patenten auf Tiere, die zu einem kommerziellen Anreiz für Tierversuche führen können, sieht das Ministerium des zuständigen Bundesministers Christian Schmidt kein Problem.

„Wie man auch immer häufiger auf Fachkongressen hört, bringen genmanipulierte Tiere für die Humanmedizin nicht den erwarteten Nutzen. Die Zukunft liegt vielmehr in Chipsystemen, die den menschlichen Organismus genauer simulieren können als jedes gentechnisch veränderte Tier. Diese Chips können für die Entwicklung wirksamer Therapien eine entscheidende Hilfe werden. Um den Ausstieg aus dieser Spirale von immer mehr Tierleid zu schaffen, muss der Ausbau dieser Chipsysteme massiv gefördert werden“, so Dr. Christiane Hohensee vom „Bundesverband Menschen für Tierrechte“.

Der Trend zu immer mehr Versuchen mit gentechnisch veränderten Tieren ist nicht allein auf Deutschland beschränkt. So stellt auch die EU-Kommission in ihrem Tierschutzbericht 2013 fest, dass es hier in den letzten Jahren einen starken Anstieg gegeben hat. In England liegt die Zahl der Versuche mit gentechnisch veränderten Tieren zum Beispiel  bei über zwei Millionen pro Jahr. Erst letzte Woche hatte Testbiotech einen Bericht veröffentlicht, in dem gezeigt wird, dass die Zunahme auch durch Geschäftsinteressen bedingt ist: Der Handel mit gentechnisch veränderten Versuchstieren ist längst zu einem lukrativen Geschäft geworden. Diese Entwicklung ist auch Thema der Tagung „Der patentierte Affe“, die am 17. Juni in Berlin stattfindet.

Ansprechpartner:

Dr. Christiane Hohensee, Bundesverband Menschen für Tierrechte, Projekt Invitro+Jobs, Tel.: 030 62728267, Mobil: 0151 58418340, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Christoph Then, Testbiotech, Tel 0151 54638040, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Weitere Informationen:

Link zur Antwort der Bundesregierung und zur Anfrage der Grünen: www.testbiotech.org

Ein Überblick über in-vitro Systeme und Biochips:
www.invitrojobs.com

Link zur Tagung von Testbiotech: www.testbiotech.org

Der Bericht von Testbiotech: www.testbiotech.org

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