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13. Oktober 2015: Centrum für tierversuchsfreie Verfahren: NRW-Wissenschaftsministerin kündigt Förderung an

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat gestern angekündigt, dass ihr Ministerium das neue Centrum für Ersatzmethoden zum Tierversuch (CERST) mit 200.000 Euro in 2015 und mit einer Million Euro bis 2019 unterstützen will. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Tierversuchen geleistet werden. Die Leitung wird die Humanmedizinerin Prof. Dr. med. Ellen Fritsche vom Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) der Heinrich Heine Universität Düsseldorf übernehmen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte lobt diese Entscheidung als zukunftsorientierten Meilenstein, der dem wissenschaftlichen Fortschritt, dem Tierschutz und dem Forschungsstandort NRW gleichermaßen dient. Der Landtag wird voraussichtlich Mitte Dezember im Rahmen der Haushaltsberatungen über die Finanzierung von CERST abstimmen.

"Seit 2007 kämpfen wir, der Bundesverband Menschen für Tierrechte, für dieses Centrum. Jetzt freuen wir uns außerordentlich, dass es mit Rot-Grün Wirklichkeit wird. Lob geht dabei an Martin-Sebastian Abel, den Sprecher für Tierschutz von Bündnis 90/Die Grünen, und seine Fraktion. Professor Ellen Fritsche ist eine international anerkannte Wissenschaftlerin, die mit ihrem Team tierversuchsfreie Methoden sehr erfolgreich bis zur Anwendungsreife entwickelt und Studierende für tierversuchsfreie Techniken begeistert", so Dr. Christiane Baumgartl-Simons, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Das Ziel eines aktuellen Projektes von Professor Fritsche ist es, eine Methode zu entwickeln, mit der tierversuchsfrei untersucht werden kann, ob und wie Medikamente und Chemikalien die Entwicklung von Ungeborenen und Kleinkindern beeinflussen können. Dabei kommen menschliche Stammzellen zum Einsatz.

Positiv bewertet der Tierrechtsverband auch das Ziel Schulzes, Tierversuche möglichst vollständig durch tierversuchsfreie Verfahren zu ersetzen. Es stelle sich immer öfter heraus, so die Ministerin, dass wichtige Erkenntnisse auch ohne Tierversuche gewonnen werden könnten. Zudem seien neue, alternative Testverfahren häufig auch leichter durchzuführen und finanziell günstiger. Nach Aussagen der Tierrechtsorganisation erfüllt die rot-grüne Landesregierung mit der Einrichtung des Centrums eine Zusage aus ihrem Koalitionsvertrag (2012-2017). NRW wird damit nach Baden-Württemberg das zweite Bundesland mit einem Centrum für tierversuchsfreie Verfahren. Auch Hessen wird mit zukünftig drei Professuren zur Reduzierung der Tierversuche beitragen und stellt dafür in den nächsten fünf Jahren zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Förderung tierversuchsfreier Verfahren erstellt. Die Einrichtung von Forschungszentren, Lehrstühlen und Professuren sowie die studentische Lehre ohne Tierverbrauch haben darin eine hohe Priorität.

Kontakt für weiterführende Informationen und Interview-Anfragen:
Dr. Christiane Baumgartl-Simons, Tel: 06751 / 95 03 91, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Den gesamten Maßnahmenkatalog können Sie anfordern bei der Pressereferentin des Bundesverbandes Christina Ledermann, Tel: 0211/ 16 34 54 29, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Portrait der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Ellen Fritsche am Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter: www.invitrojobs.com

Zum Engagement des Bundesverbandes
Der Bundesverband kämpft seit 2007 intensiv für eine solche Forschungseinrichtung in NRW und hatte schon mit der schwarz-gelben Vorgängerregierung Verhandlungen über die Einrichtung eines Lehrstuhls oder einer Professur für tierversuchsfreie Verfahren aufgenommen. Mit einem klaren Konzept zur Zielsetzung und Ausstattung eines solchen Zentrums, gelang es dem Bundesverband 2007, die SPD – zu diesem Zeitpunkt noch als Oppositionsfraktion – zu gewinnen. Die SPD-Fraktion beantragte im Juni 2007 tierversuchsfreie Verfahren gezielt zu fördern. Die Grünen unterstützten den Antrag. Doch er wurde im Dezember 2007 mit den Stimmen von CDU und FDP abgelehnt. Der Bundesverband blieb dennoch kontinuierlich an dem Thema dran, auch durch konkrete Fragen an die Parteien zur Landtagswahl. Der nächste positive Schritt kam 2012, als der rot-grüne Koalitionsvertrag die Einführung eines Lehrstuhls für Tierschutz, der tierversuchsfreie Methoden beinhalten sollte, festschrieb. Im Dezember 2014 erfüllte Rot-Grün dann die Zusage aus dem Koalitionsvertrag und legte mit CERST-NRW den Grundstein für ein Centrum für tierversuchsfreie Verfahren in NRW.
Die Einrichtung von Forschungszentren, Lehrstühlen und Professuren sowie die studentische Lehre ohne Tierverbrauch haben eine hohe Priorität in dem Maßnahmenkatalog des Bundesverbandes zur Förderung tierversuchsfreier Verfahren. Er wird die Entwicklung in NRW weiter aktiv begleiten und sich auch in anderen Bundesländern für die Einrichtung von solchen Forschungseinrichtungen einsetzen.

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