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08. März 2012: Toxikologie des 21. Jahrhunderts ohne Tierversuche

Toxikologie des 21. Jahrhunderts ohne Tierversuche

Wissenschaftsmagazin Science: Alternativen sind schneller und günstiger

In der aktuellen Ausgabe des international renommierten Wissenschaftsjournals „Science“ analysiert der freie Journalist Jeffrey M. Perkel* das tierversuchsfreie Konzept „Toxikologie des 21. Jahrhunderts“ und kommt zu dem Schluss, dass Alternativen oft wissenschaftlich besser, schneller und kostengünstiger sind als Tierversuche. Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte hat diese Publikation daher eine wichtige Schrittmacherfunktion für die Etablierung tierversuchsfreier Giftigkeitstests.

Das Konzept „Toxikologie des 21. Jahrhunderts“ wurde 2007 von US-Wissenschaftlern entwickelt und soll langfristig zur Abschaffung von Tierversuchen führen. Es konzentriert sich ganz auf den Menschen. Mit Hilfe humaner Zellkulturen soll verstanden werden, wie eine Chemikalie den Menschen genau schädigt. Im Tierexperiment hingegen werden Tiere vergiftet, ohne biologische Mechanismen aufzudecken. Daher kann keine eindeutige Aussage getroffen werden, ob der Mensch ähnlich reagieren würde. Dieser Ansatz hat die amerikanischen Gesundheitsbehörden FDA und NHI überzeugt, welche die Forschungsarbeiten mit Millionenbeträgen unterstützen.

Als imposantes Beispiel für den Einsatz moderner Testsysteme ohne Tierversuche führt Perkel die Ölpest im Golf von Mexiko an, die durch das Versinken der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ verursacht wurde. Mit Tierversuchen hätte man bis zu einem Jahr gebraucht, um gegen das Öl einsetzbare Chemikalien zu testen. Stattdessen zeigten automatisierte Testverfahren auf Basis von Zellkulturen innerhalb von zwei Wochen, welche der möglichen Chemikalien für den Menschen die geringste Gefahr darstellt. Ferner weist Perkel auf finanzielle Vorteile hin. Während die US-Umweltbehörde EPA eine halbe bis zu einer Million US-Dollar pro chemischer Substanz für Sicherheitstests mit Tieren investiert, kostet der Einsatz einer alternativen Testbatterie lediglich 30.000 US-Dollar.

André Schmidt, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, betont: „Laut Fachliteratur besitzen Tierversuche in der Toxikologie eine Vorhersagekraft für den Menschen von etwa 50 bis 60 Prozent. Sie schneiden daher kaum besser ab als ein Münzwurf. Umso erfreulicher ist es, dass sich inzwischen eine wachsende Anzahl Wissenschaftler vom Irrweg Tierversuch abwendet. Die Science-Veröffentlichung dürfte dazu weiteren Anschub leisten.“

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte fordert nicht nur von Wissenschaft und Politik eine umfassendere Förderung der tierversuchsfreien Forschung, sondern ist selbst aktiv. Mit seinen Projekten „InVitroJobs“ und „SATIS“ unterstützt er eine Wissenschaft, die ohne Tierverbrauch in Forschung und Ausbildung auskommt.

* Perkel, J.M., 2012. LIFE SCIENCE TECHNOLOGIES: Animal-Free Toxicology:
    Sometimes, in Vitro is Better. Science, 335, 1122-1125.

Projektseiten des Verbandes: www.invitrojobs.com , www.satis-tierrechte.de

Kontakt: Pressestelle - Stephanie Elsner, Tel.: 05237 - 2319790, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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