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Anlässlich der Brieftaubenzüchtermesse vom 16. - 18. Januar 2004 in den Dortmunder Westfalenhallen prangert die Bundesarbeitsgruppe Stadttauben, Mitglied im Bundesverband Menschen für Tierrechte, die schonungslosen Wettflüge, die tierquälerischen und mörderischen Methoden der Züchter sowie deren Ablehnung von Verantwortung hinsichtlich Stadttaubenthematik an.
Die Vorwürfe der Tierschützer gegen die Züchter lauten: permanente Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Bereits die Zucht orientiert sich an rigoroser 'Selektion', durch Tötung nicht erwünschter Nestlinge und Jungtauben. Aufgrund schlechter Leistung, etwa bei Rückkehr verspäteter Tiere, wird ebenfalls radikal sortiert und getötet. Die Wettflüge, bei denen heute Strecken von bis zu 1.000 Kilometer zurückgelegt werden müssen, übersteigen die Kräfte der Tiere und bringen 'Verluste' bis zu 30 %. Bei rund 80.000 Brieftaubenzüchtern in Deutschland mit insgesamt etwa 10 Millionen Tauben bedeutet das: Jährlich gehen Hunderttausende von Tauben elendig zugrunde oder stranden in den Städten und verelenden dort. Auch die Methoden, mit denen die Züchter den Heimkehrtrieb ihrer Tauben anheizen, sind tierquälerisch: z. B. Abtransport zur Reise von wochenlang getrennt gehaltenen Paaren unmittelbar vor dem Paarungsakt oder während des Brutgeschäfts.
»Brieftaubensport wird noch immer als traditionelles, nettes Hobby verharmlost. In Wirklichkeit hat sich ein riesiger Wirtschaftszweig gebildet und es handelt sich um gewinn- und prestigebringende Tierquälerei«, so Elisabeth Mederer von der Bundesarbeitsgruppe Stadttauben , »Die'Rennpferde des kleinen Mannes' bringen den organisierten Haltern und Züchtern Auszeichnungen und Geldpreise, fünfstellige Beträge sind dabei keine Seltenheit«.
Die Tierschützer fordern daher seit Jahren behördliche Kontrolle der Vorgänge innerhalb des Brieftaubensports. Zudem müsse die Tieraussetzung von Brieftauben durch Wettflüge und die damit verbundene Zuwanderung in den Städten endlich unterbunden werden. So plädieren sie für eine Besteuerung von Brieftauben und für eine Beteiligung der Brieftaubenzüchter an Lösungskonzepten für tierschutzgerechte Stadttaubenpopulationen. »Da schon Mitte der 90er Jahre offizielle Stellen bestätigten, dass heute verirrte und erschöpfte Brieftauben den stärksten Anteil am Zuflug unserer Stadttaubenschwärme ausmachen, ist es längst überfällig, die Brieftaubenzüchter und -'sportler' in die Verantwortung zu nehmen«, betont Elisabeth Mederer.
Kontakt:
Elisabeth Mederer
Tel.: 0911 -6324305
eMail: nuernberg@tierrechte.de
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