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Rubrik
Fragen des Bundesverbandes und Antworten der Parteien zur EU-Wahl 2009



Zuständigkeit für den Bereich Tierschutz

 Welche Kandidatin/welcher Kandidat wird vorbehaltlich der Wahlergebnisse in der kommenden Legislaturperiode für den Bereich Tierschutz zuständig sein?

B90/Die Grünen: Diese Frage wird nach der Wahl geklärt. CDU: Diese Frage wird nach der Wahl geklärt.
CSU: Diese Frage wird nach der Wahl geklärt, voraussichtlich wird jedoch Dr. Anja Weisgerber den Bereich des Umwelt-, Natur- und Tierschutzes übernehmen.
Die Linke: Keine Antwort.
FDP: Keine Aussage zu dieser Frage.
SPD: Keine Aussage zu dieser Frage.
Tierversuche

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, Affenversuche ausnahmslos zu verbieten?

B90/Die Grünen: Ja.
CDU: Nein.
CSU: Nein, Prüfung im Einzelfall.
Die Linke: Ja.
FDP: Keine Aussage zu dieser Frage; es gibt noch viele Bereiche, in denen die medizinische Forschung auf absehbare Zeit ohne Tierversuche nicht auskommen kann.
SPD: Tritt für ein Verbot der Versuche an Menschenaffen ein.

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, alle Tierversuche einer rückwirkenden Bewertung zu unterziehen?

B90/Die Grünen: Keine Aussage zu dieser Frage.
CDU: Tierversuche mit »geringer« oder »mittlerer« Belastung sollen von einer rückwirkenden Bewertung ausgenommen werden.
CSU: Tierversuche mit »geringer« oder »mittlerer« Belastung sollen von einer rückwirkenden Bewertung ausgenommen werden.
Die Linke: Ja.
FDP: Keine Aussage zu dieser Frage.
SPD: Keine Aussage zu dieser Frage.

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, diese Bewertung öffentlich zugänglich zu machen?

B90/Die Grünen: Keine Aussage zu dieser Frage.
CDU: Keine Aussage zu dieser Frage.
CSU: Keine Aussage zu dieser Frage.
Die Linke: Ja.
FDP: Keine Aussage zu dieser Frage.
SPD: Keine konkrete Aussage; setzt sich für »größtmögliche Transparenz bei Genehmigungsverfahren für Tierversuche« ein.

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, die o.g. Kataloge (Schweregrad-Katalog für die Leiden der Tiere im Versuch, Kriterien-Katalog zur ethischen Bewertung, zentral geführte Datenbanken u. a. für Alternativen, einheitliche Überprüfungskriterien für den Vollzug) von der EU-Kommission erstellen zu lassen und als Richtlinienbestandteil dieser anzufügen?

B90/Die Grünen: Keine Aussage zu dieser Frage.
CDU: Hält Schwere- und Belastungskatalog für Ansatz zur Weiterentwicklung des Tierschutzes.
CSU: Hält Schwere- und Belastungskatalog für Ansatz zur Weiterentwicklung des Tierschutzes; die Erarbeitung einheitlicher Kriterien ist dafür notwendig.
Die Linke: Ja.
FDP: Keine Aussage zu dieser Frage.
SPD: Keine Aussage zu dieser Frage.

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, die Alternativen zum Tierversuch analog der Erfassung tierexperimenteller Daten in der EU zu erfassen?

B90/Die Grünen: Keine Aussage zu dieser Frage.
CDU: Keine konkrete Antwort auf diese Frage; wie bisher sollen statistische Daten zu Tierversuchen veröffentlicht werden. ECVAM (Europäisches Zentrum zur Validierung von Alternativmethoden) soll Informationen über Alternativen veröffentlichen.
CSU: Keine Aussage zu dieser Frage.
Die Linke: Ja.
FDP: Keine Aussage zu dieser Frage.
SPD: Begrüßt die Erfassung der Alternativen zum Tierversuch analog der Erfassung tierexperimenteller Daten und prüft derzeit Vorschläge dazu.
Entwicklung und Anerkennung tierversuchsfreier Verfahren

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, die Entwicklung, Validierung und Anerkennung von Ersatzverfahren durch eine angemessene Förderung zu einem Forschungsschwerpunkt der EU zu machen?

B90/Die Grünen: Eine signifikante Erhöhung der Mittel für Forschung und Entwicklung von Alternativen ist notwendig, außerdem ihre schnellere Validierung.
CDU: Deutschland leistet bereits einen großen Beitrag zur Entwicklung tierversuchsfreier Prüfmethoden. Dies gilt es auf EU-Ebene voranzutreiben.
CSU: Auf EU-Ebene gilt es, die Entwicklung und Anerkennung alternativer Methoden voranzutreiben.
Die Linke: Weiter- und Neuentwicklung von Alternativen zum Tierversuch muss wesentlicher Schwerpunkt sein.
FDP: Die Schaffung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden sollte intensiver gefördert werden. Setzt sich dafür ein, verstärkt auf die Förderung zur Entwicklung von Alternativen aufmerksam zu machen; Forscher müssen über Fördermöglichkeiten informiert werden.
SPD: Die EU kann und muss mehr für die Erforschung von Ersatzmethoden tun, dafür müssen in Zukunft erheblich mehr Forschungsmittel im EU-Haushalt bereitgestellt werden.
Umsetzung der EU-Zoorichtlinie

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, zeitnah alle Maßnahmen zu ergreifen, um die konsequente Umsetzung der EU-Zoorichtlinie in allen EU-Mitgliedstaaten durchzusetzen?

B90/Die Grünen: Wollen Druck machen für die korrekte und umfassende Umsetzung der EU-Zoorichtlinie.
CDU: Setzt sich für die konsequente Um- und Durchsetzung der EU-Zoorichtlinie in allen Mitgliedstaaten ein. Hält Zoos für unverzichtbar, da sie wichtige Beiträge zum Artenschutz leisten.
CSU: Setzt sich für die konsequente Um- und Durchsetzung der EU-Zoorichtlinie in allen Mitgliedstaaten ein. Hält Zoos für unverzichtbar, da sie wichtige Beiträge zum Artenschutz leisten.
Die Linke: Setzt sich für eine schnelle und konsequente Umsetzung der EU-Zoorichtlinie ein.
FDP: Unterstützt das Ziel, die EU-Zoorichtlinie in allen Mitgliedstaaten konsequent und zeitnah umzusetzen.
SPD: Keine konkrete Aussage zu dieser Frage; setzt sich für bessere Haltungsbedingungen für Säugetiere in Zoos, Tierparks oder Delfinarien ein sowie für die Überarbeitung des Säugetiergutachtens (gibt in Deutschland - ungenügende - Mindestanforderungen zur Haltung von Wildtieren vor).

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, eine Überarbeitung und Verschärfung der Richtlinie in der nächsten Legislaturperiode in Angriff zu nehmen?

B90/Die Grünen: Setzen sich ggf. für eine Überarbeitung der Vorschriften ein.
CDU: Setzt sich für Evaluierung des Implementierungsprozesses in den Mitgliedstaaten ein; darauf basierend soll über eine Überarbeitung der Richtlinie entschieden werden.
CSU: Setzt sich für Evaluierung des Implementierungsprozesses in den Mitgliedstaaten ein; darauf basierend soll über eine Überarbeitung der Richtlinie entschieden werden.
Die Linke: Konkretisierung der allgemein gehaltenen Richtlinie ist notwendig.
FDP: Vor einer Verschärfung muss eine einheitliche Anwendung der Richtlinie in allen EU-Staaten sichergestellt werden.
SPD: Keine Aussage zu dieser Frage.
Klonen lebensmittelliefernder Tiere

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, ein Verbot des Klonens lebensmittelliefernder Tiere sowie der Vermarktung ihrer Produkte und der ihrer Nachkommen in der EU zu verabschieden?

B90/Die Grünen: Das Klonen von Tieren zu Nutzzwecken ist aus ethischen und tierschutzpolitischen Gründen strikt abzulehnen ebenso wie die Zulassung von Klonfleisch in der EU.
CDU: Es gibt keine überzeugenden Gründe für das Klonen von Tieren für Lebensmittel.
CSU: Lehnt das Klonen für die Lebensmittelversorgung aus der Sicht des Tierschutzes ab.
Die Linke: Lehnt das Klonen von Tieren aus Tier- und Artenschutzgründen ab.
FDP: Keine konkrete Antwort (die Antwort bezieht sich auf die Patentierung, danach wurde allerdings nicht gefragt).
SPD: Ist dagegen, dass in Zukunft Klontiere zu Lebensmitteln verarbeitet und in Verkehr gebracht werden.
»Mast-« und »Wollkaninchen«

 Verfolgt Ihre Partei das Ziel, rechtsverbindliche Haltungsvorgaben für »Mast-« und »Wollkaninchen« einzuführen, die den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung tragen?

B90/Die Grünen: Fordern EU-Mindesthaltungsvorschriften für das Halten von Kaninchen, die den Tieren artgemäßes Verhalten ermöglichen; es liegen genügend Erkenntnisse über die Bedürfnisse von Kaninchen vor.
CDU: Haltungsvorschriften sind dringend erforderlich. Die Tiere sollen ihre arteigenen Bedürfnisse erfüllen können.
CSU: Spezifische Haltungsvorschriften für Mast- und Wollkaninchen sind dringend erforderlich.
Die Linke: Setzt sich für eine schnellstmögliche gesetzliche Regelung der Haltung von Mast-, Zucht- und Wollkaninchen ein, die den natürlichen Bedürfnissen der Tiere Rechnung tragen.
FDP: Kommerzielle Käfighaltung von Kaninchen muss in absehbarer Zeit beendet werden. Um eine artgerechte Haltung zu sichern, müssen ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung stehen.
SPD: Vorgaben zu artgerechten Haltungsbedingungen für Kaninchen müssen endlich gesetzlich verankert werden.
Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 21. März 2010
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