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Vogelgrippe - von (Stadt)Tauben geht keine Gefahr aus

Seit im Februar die Vogelgrippe auch Deutschland erreicht hat, machte sich teilweise Katastrophenstimmung breit. Medienberichte schürten die Angst vor einer Übertragung der Seuche auf Haustiere und schließlich den Menschen und sorgten für breite Verunsicherung. Dass allein in Deutschland z.B. jedes Jahr mehr als 50 000 Menschen an Salmonellen- und Campylobacter-Infektionen erkranken, im Jahr 2005 ca. 18 000 Menschen an der Grippe gestorben sind und täglich (!) 15 Menschen bei uns den Verkehrstod erleiden, ist hingegen wenig bekannt und scheint kaum jemanden zu kümmern. Derweil bringt es eine (!) tote Katze auf die Titelseiten der Zeitungen und löst Panikreaktionen aus. Aber: »die Vogelgrippe ist nicht Ebola«, wie es der Tierseuchenexperte Thomas Mettenleiter vom Bundesforschungsinstitut auf der Insel Riems so treffend betont.

Einigkeit herrscht jedoch zum Thema Tauben und Vogelgrippe. Denn alle Experten stellen fest, dass Tauben/Stadttauben bei der Übertragung der Vogelgrippe nicht relevant sind.

Im Tierversuch konnte ein Teil der im Labor künstlich infizierten Tauben zwar mit dem Virus H5N1 tatsächlich infiziert werden, aber im Kot der Tauben befand sich eine solche geringe Menge des Erregers, dass noch nicht einmal die hochempfänglichen Haushühner dadurch infiziert werden konnten. Somit stellen Tauben, auch die Tauben in unseren Städten, im gewohnten Alltagsleben keine Gefahr für den Menschen oder andere Tiere dar.

Tauben sind daher auch explizit von der Aufstallungspflicht, die seit Februar 2006 für Hausgeflügel gilt, ausgenommen.

Trotz dieser Sachlage könnten Bürger, Ämter oder Kommunalpolitiker im Zusammenhang mit Stadttauben - auch mit unserem Konzepte zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle (Taubenschläge, Futterstellen, Geburtenkontrolle) - angesichts der allgemeinen Panik vorschnell und überzogen reagieren.

Daher hat die Bundesarbeitsgruppe Stadttauben einige Fachstellen gezielt angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten. Sie hat nicht nur die Infektionsgefährdung durch Tauben hinterfragt, sondern im Zusammenhang mit dem integrativen Konzept auch die Frage nach den kontrollierten Futterstellen für Tauben. Klare Aussage auch hier, dass weder von einzelnen Tauben noch von Taubenansammlungen an Futterstellen Gefahr ausgeht und es daher keinen Anlass gibt, diese Futterstellen aufgrund einer Seuchengefahr einzustellen. Ausnahme wäre die Fütterung an innerstädtischen Gewässern, Teichen, Flussufern etc., da hier ein direkter Kontakt zu Wasservögeln entstehen könnte.

Bundesweit haben die im Rahmen der Vogelgrippe verabschiedeten Verordnungen der Regierung Gültigkeit. Darüber hinaus haben jedoch Kommunen die Möglichkeit, zur Gefahrenabwehr eigene Maßnahmen zu ergreifen. Allerdings sollten hierbei die Einschätzungen und Empfehlungen offizieller Behörden/Fachstellen als Grundlage dienen und bei Maßnahmen einbezogen werden.

Nachstehend einige fachliche Stellungnahmen zum Herunterladen sowie einige wertvolle Links, die hoffentlich zu einer sachlichen Auseinandersetzen und Aufklärung beitragen.

Dr. Markus Nipkow
Ornithologie und Vogelschutz
NABU-Naturschutzbund Deutschland e.V.
53223 Bonn

Telefon: 02 28.40 36-155
Telefax: 02 28.40 36-203
Mobil: 0172-9108275
E-mail: Markus.Nipkow@NABU.de
Internet: www.NABU.de

Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein

Telefon: +49 (9174) 4775-0
Telefax: +49 (9174) 4775-75
Email: info@Ibv.de
Internet: www.lbv.de

Prof. Dr. Erhard F. Kaleta
Institut für Geflügelkrankheiten
Universität Gießen

(PDF-Datei, ca. 17 MB)

PD Dr. Thomas Bartels
Universität Leipzig
Professur für Vogelkrankheiten
An den Tierkliniken 17
D-04703 Leipzig

Tel. : (0341) 9738402
Fax: (0347 ) 97 38 409
Email: bartels@vogelklinik.uni-leipzig.de

Dr. Wolfgang Fiedler
Vogelwarte Radolfzell
Max-Planck-Institut für Ornithologie
Dr. Ludgar Kamphausen
Taubenklinik Essen,
Verband deutscher Brieftaubenzüchter
Horst Menzel,
Präsident,
Verband deutscher Brieftaubenzüchter
Robert-Koch-Institut
Postfach 65 02 61
D-13302 Berlin
Internet: www.rki.de
Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Boddenblick 5a
D-17493 Greifswald - Insel Riems

Tel.: +49 38351 7-0
Telefax: +49 38351 7-219
Internet: www.fli.bund.de

Aktuelle Informationen zur aviären Influenza

Antworten des Friedrich-Loeffler-Instituts auf Fragen zur hoch pathogenen Aviären Influenza
Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 10. März 2010
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