 |
 |
In Kooperation mit verschiedenen katholischen Bistümern und evangelischen Landeskirchen warb die Bundesarbeitsgruppe Stadttauben am Pfingstsonntag in vielen Städten vor den Kirchen für einen tiergerechten Umgang mit Stadttauben.
Unter dem Motto »Frieden mit den Friedensvögeln - Tauben gelten als Symbol des Heiligen Geistes...« verteilten Mitglieder der BAG vor den Kirchen Flugblätter, die Informationen zum Konzept einer tiergerechten Bestandskontrolle der Stadttauben enthielten. So wie sich Kirchen teilweise dem Naturschutz, wie z.B. bei Fledermäusen, öffnen, hieß der Appell, sich auch betreuten Taubenschlägen zu öffnen. Ein positives Beispiel einer Kirchengemeinde ist die Stiftskirche in Tübingen.
Die Tierschützer stießen mit ihrer Aktion auf positive Resonanz, nicht zuletzt durch die Unterstützung der Umweltbeauftragten der Bistümer und Landeskirchen. Alleine in Aachen wurden während der Pilgermesse zur Heiligtumsfahrt mehr als 1000 Flugblätter verteilt.
In der theologischen Bedeutung ist die Taube zum unverzichtbaren Bestandteil christlicher Kunst geworden. Der Alltag diese Tierart sieht dagegen oft erbärmlich aus: Tauben müssen von Abfällen leben, werden wegen ihres Kots immer wieder verjagt, verfangen sich in Netze und Drahtgittern und werden in öffentlichem Auftrag vergiftet.
Gerade Kirchen sind häufig von Tauben frequentiert. Nach Erfahrungen aus verschiedenen Städten können Tauben an Kirchen mit relativ einfachen Mitteln langfristig und tierfreundlich kontrolliert werden. Durch die Einrichtung von Taubenschlägen werden den Tieren gezielt Nistplätze und artgerechte Nahrung angeboten sowie die befruchteten Eier zum Zwecke der Geburtenkontrolle gegen Gipsattrappen ausgetauscht. Durch die kontinuierliche Gelegekontrolle wird die Vermehrung der Tauben unterbunden und langfristig eine Regulierung der Population erreicht. Der Taubenkot, der sonst ein Ärgernis darstellt, wird in den Schlägen regelmäßig entsorgt. Dies bedeutet eine erhebliche Reduzierung der Verschmutzung an Fassaden.
Die Bewahrung der Schöpfung ist ein christlicher Auftrag. Tauben sind Teil dieser Schöpfung. Die Umsetzung von Konzepten in Kirchengemeinden, die ein friedliches Miteinander von Mensch und Tier ermöglichen, sind im Zusammenhang mit kirchlichen Tierschutzbemühungen sehr wichtig. Im Einsatz zur Bewahrung der Schöpfung sind solche Kooperationsmodelle zwischen Kirche und Tierschutz in vielen anderen Bereichen wünschenswert.
Elisabeth Heß
Sprecherin der Bundesarbeitsgruppe
|
 |
 |