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Rubrik
Newsletter Gentechnik Nr. 42 -
Oktober 2007

 INHALT:

Nobelpreis für Gen-Forschung an Mäusen
Protest gegen Patente auf »Nutztiere« und Saatgut
Lebensmittel von geklonten Tieren
Gentechnik - Kennzeichnung in Lebensmitteln
Zu diesem Newsletter


 Nobelpreis für Gen-Forschung an Mäusen

Für ihre Entdeckung, wie bei Mäusen einzelne Gene »ausgeschaltet« werden können, erhalten drei Forscher den diesjährigen Nobelpreis für Medizin. Inzwischen sollen etwa zehntausend einzelne Maus-Gene ausgeschaltet worden sein. Künftig soll dies sogar mit allen Säuger-Genen möglich sein. Solche Mäuse werden als »Knockout-Mäuse« bezeichnet. Nach Ansicht des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte wird damit eine auf die Erbanlagen fixierte Medizin ausgezeichnet, die den Blick für den Menschen als ganzheitliches Wesen verliert.

»Nobelpreis für die Gen-Knipser«
Spiegel online, 08.10.2007

»Nobelpreis für Medizin fördert Fixierung auf Gene und
Tierversuche«
Pressemitteilung des Bundesverbandes vom 08.10.2007
http://www.tierrechte.de/p77001007x1293.html

 Protest gegen Patente auf »Nutztiere« und Saatgut

1998 hatte das EU-Parlament die umstrittene Richtlinie zur Patentierung von Leben angekommen. Seitdem erteilt das Europäische Patentamt Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere - inzwischen mindestens 550 Patente auf Pflanzen und 240 auf Tiere.

Jetzt sollen sogar konventionell gezüchtete Pflanzen und »Nutztiere« patentiert werden können, als handele es sich um technische Erfindungen. Ein Beispiel ist das Brokkoli-Patent EP 1069819 der britischen Firma Plant Bioscience. Dieses Patent liegt derzeit der sogenannten Großen Beschwerdekammer vor, der letzten Instanz des Patentamts. Es geht beim Brokkoli-Patent um die grundsätzliche Entscheidung der Frage: Können konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere patentiert werden, wenn bei der Züchtung oder Auslese kleine technische Eingriffe angewandt werden?

Eine Bestätigung des Brokkoli-Patents hätte weitreichende Folgen. Daher haben sich Verbände aus allen Kontinenten zusammengeschlossen, um vor dem Europäischen Patentamt eine gemeinsame Position gegen solche Patente zu vertreten.

Weitere Verbände können sich diesem Bündnis anschließen, Einzelpersonen können unterschreiben.

Weitere Informationen zum Brokkoli-Fall, zu Patenten auf Schweine und zum Bündnis unter:

www.no-patents-on-seeds.org

»Einspruch gegen Patent auf Milchkühe«
naturkost.de, 26.10.2007
http://www.naturkost.de/meldungen/ 2007/071026genv1.htm

 Lebensmittel von geklonten Tieren

Lebensmittel wie Milch oder Fleisch von geklonten Kühen oder Schweinen sind derzeit nicht erhältlich. Dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger liegt jedoch ein Gesetzesentwurf vor, der die Kennzeichnung von Lebensmittel vorsieht, die von geklonten Tieren stammen. Auch in der EU wird über dieses Thema diskutiert - obwohl das Klonen sogenannter Nutztiere teuer und bislang ein wenig erfolgreiches Verfahren ist. Warum also ist dies überhaupt ein Thema? Möglicherweise will die Biotechnologie-Industrie über diesen Weg nach und nach eine gesellschaftliche Akzeptanz erreichen. Wenn immer mehr gentechnisch erzeugt Produkte oder solche von geklonten Tieren auf dem Markt sind, könnte es einfacher werden, neue biotechnologische Verfahren einzuführen.

»Food from cloned animals - a bait and switch?«
San Francisco Chronicle, 05.10.2007
http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?file=/chronicle/ archive/2007/10/05/EDAOSK7VF.DTL&type=politics

 Gentechnik-Kennzeichnung in Lebensmitteln

Wenn bei der Produktion von Lebensmitteln Gentechnik eingesetzt wird (wenn z. B. gentechnisch veränderte Pflanzen verwendet werden), müssen die Produkte gekennzeichnet sein. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht, z. B. für den Einsatz von Hilfsstoffen, Aromen oder Enzymen. Einen Überblick über die Vorschriften zur Kennzeichnung finden Sie unter:

http://www.transgen.de/recht/kennzeichnung

 Zu diesem Newsletter

Die Tiere sind besonders von dem zunehmenden Einsatz der Gentechnik betroffen: Sie werden nicht nur in Tierversuchen durch Genmanipulation missbraucht, sondern sollen künftig als Ersatzteillager, Medikamente produzierende Bioreaktoren oder genmanipulierte Lebensmittellieferanten herhalten. Um diese Entwicklung zu beeinflussen, ist es notwendig, sich in die wissenschaftliche und politische Diskussion einzumischen. Mit diesem Newsletter will der Bundesverband Menschen für Tierrechte dafür nötige Fakten und aktuelle Informationen liefern sowie über Mitmach-Aktionen informieren. Schwerpunkt sind die Gentechnik an Tieren sowie verwandte Techniken wie z. B. Klonen.
Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 11. September 2010
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