INHALT:
EU-Kommission lässt erstes Gen-Medikament von Tieren zu Stammzellforschung wieder im Zwielicht
Mitmach-Aktion: Protest gegen Patent auf Stammzellen
Gentechnik im Tierfutter
Zu diesem Newsletter
EU-Kommission lässt erstes Gen-Medikament von Tieren zu
Die EU-Kommission hat das Medikament ATryn(R) für den Markt in allen 25 EU-Staaten zugelassen. Bei ATryn(R) handelt es sich um ein Protein, das von gentechnisch veränderten Ziegen produziert und in deren Milch ausgeschieden wird (so genanntes Gen Pharming). Das Eiweiß wird dann aus der Milch isoliert und soll als Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung beim Menschen eingesetzt werden. ATryn(R) ist damit weltweit das erste von genmanipulierten Tieren produzierte, für den Markt zugelassene Medikament. Hersteller von ATryn(R) ist das US-amerikanische Unternehmen GTC Biotherapeutics, Vertreiber in Europa wird LEO Pharma A/S mit Sitz in Dänemark sein. Die Markteinführung wird für das zweite Quartal 2007 erwartet.
»Die Europäische Kommission lässt das Medikament ATryn(R) zu«
FinanzNachrichten.de vom 03.08.2006
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2006-08/artikel-6800730.asp
»European Commission approves ATryn(R)«
GTC Biotherapeutics Inc. vom 02.08.2006
http://www.transgenics.com/pressreleases/pr080206.html
Stammzellforschung wieder im Zwielicht
Nach dem im vergangenen Jahr vorgefallenen Skandal um den koreanischen Klonforscher Hwang Woo Suk, der seine Forschungsergebnisse fälschte, ist es nun zu »Missverständnissen« gekommen. US-amerikanische Wissenschaftler um Robert Lanza von der Firma Advanced Cell Technology in Massachussetts berichteten in einer Online-Veröffentlichung des renommierten Magazins »Nature« über die »Gewinnung« menschlicher embryonaler Stammzellen, ohne dabei den Embryo zu zerstören. Doch nur wenige Tage später stellte »Nature« klar, dass die Embryonen doch zerstört wurden. Das ethische Problem, dass für diese Forschung lebensfähige Embryonen getötet wurden, bleibt also.
»Wie embryonale Stammzellen auch ohne den Tod der Embryos erzeugt werden können«
wissenschaft.de vom 24.08.2006
http://www.wissenschaft.de/wissen/news/268963.html
»Embryonale Stammzellen: Ethische Bedenken bleiben«
wissenschaft.de vom 29.08.2006
http://www.wissenschaft.de/wissen/news/269139.html
Mitmach-Aktion: Protest gegen Patent auf Stammzellen
Das Europäische Patentamt in München wird in den kommenden Monaten über eine Patentanmeldung auf Stammzellen entscheiden, wonach Zellen zu kommerziellen Zwecken menschlichen Embryonen entnommen werden sollen. Nicht nur würde mit diesem Patent ein finanzieller Anreiz geschaffen, menschliche Embryonen zu erzeugen und zu »verwerten«, sie würden damit auch technischen Erfindungen wie Kaffeemaschinen oder Automotoren gleichgesetzt. Protestieren Sie bitte beim Europäischen Patentamt gegen dieses Vorhaben. Weitere Informationen sowie einen Musterbrief finden Sie unter den unten stehenden Links. Patente auf Leben und dessen Vermarktung darf es nicht geben!
»Keine Vermarktung von menschlichen Embryonen«
Pressemitteilung des Gen-ethischen Netzwerks vom 21.08.2006
http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gen/html/aktuell/ dokus/060821stammzellenPE.pdf
Infos und Musterbrief unter:
http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gen/html/aktuell/veran.html
Gentechnik im Tierfutter
Über gentechnich verändertes Tierfutter und die Situation in der Schweiz berichtet die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie in ihrer Genschutzzeitung vom August 2006
»Mangelnde Transparenz bei Gentech-Futtermitteln: Was drin ist, steht nicht drauf«
Genschutzzeitung Nr. 44, August 2006
http://www.gentechnologie.ch/zeitung/44_s1.htm
Zu diesem Newsletter
Die Tiere sind besonders von dem zunehmenden Einsatz der Gentechnik betroffen: Sie werden nicht nur in Tierversuchen durch Genmanipulation missbraucht, sondern sollen künftig als Ersatzteillager, Medikamente produzierende Bioreaktoren oder genmanipulierte Lebensmittellieferanten herhalten. Um diese Entwicklung zu beeinflussen, ist es notwendig, sich in die wissenschaftliche und politische Diskussion einzumischen. Mit diesem Newsletter will der Bundesverband Menschen für Tierrechte dafür nötige Fakten und aktuelle Informationen liefern sowie über Mitmach-Aktionen informieren. Schwerpunkt sind die Gentechnik an Tieren sowie verwandte Techniken wie z. B. Klonen.
|