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»tierrechte« August 2007

Seite 1: Editorial








 
 
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

in der vorliegenden Ausgabe der tierrechte berichten wir Ihnen über den erfolgreichen Abschluss unseres Ukraine-Projektes »Computer statt Tiere«. Dabei möchte ich zunächst Ihnen allen für die großzügige Unterstützung bei der Umsetzung dieses Projektes danken. Es gab dabei Berge bürokratischer Probleme zu bewältigen, aber der große Zuspruch aus den Reihen unserer Mitglieder hat uns immer wieder die Kraft gegeben, das Projekt weiter voranzutreiben.

Die Begeisterung, mit der unsere Ansprechpartner in der Ukraine - sowohl die Studenten als auch die für die Lehrveranstaltungen verantwortlichen Professoren und Wissenschaftler - an das Vorhaben herangegangen sind, die Tierversuche und Tiertötungen in der Ausbildung durch die angebotenen Alternativen zu ersetzen, war beeindruckend. Alle Beteiligten in der Ukraine haben uns immer wieder Mut gemacht, wenn wir ob der schier endlos erscheinenden Listen von Dokumenten und Papieren, die die dortigen Behörden forderten, der Verzweiflung nahe waren. Einer der schwierigen »Höhepunkte« war beispielsweise, als der dortige Zoll den LKW mit den Geräten fast 14 Tage hat unbearbeitet stehen lassen und die Standgebühren am knappen Budget des Projektes knabberten. Aber alle involvierten Aktiven des Bundesverbandes, allen voran Corina Gericke mit ihrem Engagement vor Ort, haben sich tapfer durchgesetzt.

Belohnt wurden dann alle zusammen, als die ersten Frösche, es handelte sich um Fänge aus einem nahe gelegenen Teich, wieder in die Freiheit entlassen wurden.

Aber es gab noch andere Aspekte, die die Arbeit in diesem Projekt besonders geprägt haben: Die Zusammenarbeit mit den dortigen Studenten und Professoren war immer getragen von einem großen Vertrauen in die Gegenseite. Wenn es Schwierigkeiten gab, wurde nie nach Schuldigen und Ausreden gesucht, sondern immer nach schnellen Lösungen Ausschau gehalten. Bei den Verhandlungen gab es nie Versuche, den Gesprächspartner zu übervorteilen und statt Besserwisserei gab es konstruktive Kompromissvorschläge. Ein Stil also, wie wir ihn in Deutschland weder in den eigenen Reihen noch vonseiten unserer externen Ansprechpartner immer vorfinden.

Den Mut der dortigen Studenten, Wissenschaftler und Politiker im Sinne der Tiere innovative neue Wege zu gehen und das »Althergebrachte« durch moderne Methoden zu ersetzen, würden wir uns auch an deutschen Hochschulen und in deutschen Ministerien öfter wünschen. Hier herrscht noch Angst vor Veränderung, die dann noch mit der Ausrede »Kosten« kaschiert wird. Wenn solche Projekte, die sowohl den Tieren nutzen als auch die Ausbildung der Studenten verbessern, in einem Schwellenland wie der Ukraine - abgesehen von bürokratischen Hürden - vonseiten der Wissenschaft so einfach umsetzbar sind, dann sollte dies mindestens so gut auch an deutschen Universitäten machbar sein. Und damit ist die erfolgreiche Umsetzung dieses Projektes mit unseren ukrainischen Freunden und Partnern eine Aufforderung an deutsche Wissenschaftler und Politiker, sich auch endlich zu bewegen und die starren und verkrusteten Ausbildungsordnungen endlich zu überarbeiten.


Mit herzlichen Grüßen Ihr

Kurt Simons

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Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 21. März 2010
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