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 Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in den letzten Wochen haben wir fast täglich die Bilder des Eisbärkindes Knut in den Tageszeitungen oder auf dem Fernsehbildschirm gesehen. In Bahnhofsbuchhandlungen und Andenkenläden gibt es inzwischen Plüsch-Eisbären und Grußpostkarten von Knut.
Tausende Bürger entdecken ihre vermeintliche Tierliebe und fahren an den Osterfeiertagen zu einem Kurzbesuch in den Berliner Zoo. Das Eisbärkind wird von den Medien und den Zoobetreibern gnadenlos vermarktet, es gibt so gut wie keine kritischen Worte über die Hintergründe dieses Falles, geschweige denn die Missstände in diesen Haftanstalten für Wildtiere. Beim Frühstück verspeisen diese »Tierfreunde« noch schnell ein paar Eier von Hühnern in Legebatterien, und auch nach dem Besuch wird die Frage ausgeklammert, wo denn der Braten auf dem Mittagstisch eigentlich herkommt und wie die Tiere dafür zuvor leiden mussten.
Auf den ersten Blick müssten wir verzweifeln über soviel Schizophrenie im Denken unserer Mitmenschen. Aber Verzweiflung und Resignation wären die falschen Reaktionen. Diese Inkonsequenz der Menschen ist letztlich auch ein Zeichen dafür, dass Viele die Zusammenhänge und Hintergründe eben noch nicht erkennen oder verdrängt haben. An dieser Stelle müssen wir ansetzen und diese Menschen auf ihre vermeintliche Tierliebe ansprechen. Ihnen aufzeigen, dass das Fleisch auf ihren Tellern von den vielen unbeachteten Knuts stammt, die auf ihrem kurzem Lebensweg große Leiden aushalten müssen. Dabei gilt es, die Gratwanderung zu schaffen, ihnen die Inkonsequenz ihres Handelns aufzuzeigen, uns dabei aber nicht nur in Vorwürfen zu ergehen, sondern Anregungen zu geben, wie sie ihr eigenes Leben ändern und dazu beitragen können, dass es weniger Tierleid gibt.
Wir Menschen für Tierrechte haben bereits vor einigen Wochen beschlossen, diese Wege zu einem tiernutzungsfreien Leben stärker aufzuzeigen und den Menschen, die erst am Anfang dieses Weges stehen, praktikable Hilfestellungen und Anregungen zu einem Wandel ihres Verbraucherverhaltens zu geben. Dieses Thema soll nicht nur in unserem Magazin tierrechte einen größeren Raum finden, geplant ist auch eine gesonderte Internet-Präsenz, deren Schwerpunkt im Aufzeigen von tiernutzungsfreien Alternativen liegen soll. Ihre Anregungen und Unterstützung zu diesem Projekt sind uns dabei sehr willkommen. Wenn jeder von uns auch nur einen Mitmenschen dafür gewinnt, den eigenen Tierverbrauch soweit als möglich einzuschränken, kann die Welt für die Tiere in absehbarer Zeit deutlich besser aussehen.
In diesem Sinne grüßt Sie herzlich Ihr
Kurt Simons
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