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REACH: Großer Schritt nach vornBei der Abstimmung der neuen EU-Chemikalienpolitik REACH im Oktober 2005 nahm der Umweltausschuss des EU-Parlaments die wichtigsten, von der ECEAE* vorgeschlagenen Änderungen zugunsten der Tiere an. Dieses Votum wird voraussichtlich einen positiven Einfluss auf die Plenarabstimmung des Parlaments im November haben.
Die befürworteten Änderungsvorschläge beinhalten:
 |  |  | Der Datenaustausch der Firmen untereinander soll zwingend vorgeschrieben werden. Bei Nicht-Einhaltung dürfen die Hersteller ihre Chemikalien nicht registrieren und somit auch nicht verkaufen.
|  | Kosmetika sollen von REACH ausgenommen werden, um die Umsetzung der Kosmetik-Richtlinie, die ein Vermarktungsverbot von an Tieren getesteten Kosmetikprodukten ab 2009 bzw. 2013 beinhaltet, nicht zu gefährden.
|  | Die Registrierungsgebühren der Chemiefirmen sollen zu großen Teilen in die Entwicklung von tierversuchsfreien Testmethoden fließen.
|  | Besonders positiv zu bewerten: In kleineren Mengen hergestellte Chemikalien (1 bis 10 Tonnen und 10 bis 100 Tonnen pro Jahr), dies sind immerhin zwei Drittel aller zu testenden Stoffe, sollen vollkommen tierversuchsfrei getestet werden. |
Selbstverständlich gehen uns diese Forderung nicht weit genug. Sollten sich diese Vorschläge jedoch durchsetzen, könnten Millionen Tiere vor einem grausamen Vergiftungstod - der ihnen durch die Testung von seit mehr als 20 Jahren auf dem Markt existenten Altchemikalien droht - bewahrt werden.
Corina Gericke
Infos auch unter:
www.mag.tierrechte.de/22
* ECEAE = European Coalition to End Animal Experiments (Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen) - ein Zusammenschluss von Europas führenden Tierversuchsgegner- und Tierrechtsorganisationen, bei dem auch der Bundesverband Mitglied ist.
Freispruch für sächsische WölfeEnde der 90er Jahre wurden auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen erstmals seit fast 100 Jahren frei lebende Wölfe in Deutschland gesichtet. Die Tiere waren vermutlich aus Polen eingewandert. Sie bekamen Nachwuchs und leben inzwischen auf einer Fläche von 700 Quadratkilometern in zwei Rudeln von insgesamt 16 Tieren.
Ein Jäger, der Reh- und Hirschbestände durch die Wölfe gefährdet sah, wollte die Erlaubnis zur Jagd auf die in Deutschland und auch in Polen geschützten Tiere vor Gericht erzwingen. Am 11. Oktober 2005 unterlag er jedoch vor dem Verwaltungsgericht Dresden mit seiner Klage gegen den Freistaat Sachsen (Aktenzeichen 13 K 1969/04). Das Gericht konnte der Argumentation des Jägers nicht folgen. Weder sah es eine Gefährdung heimischer Wildbestände noch des Gemeinwohls. Ein Angriff auf Menschen durch den überaus scheuen Wolf sei mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Außerdem trage der Freistaat Sachsen möglichen Ängsten in der Bevölkerung Rechnung, indem er die Tiere beobachten lasse. Auf eventuell entstehende Gefahren könne daher reagiert werden.
Ein guter Tag für die Wölfe in der Lausitz, bleiben sie doch für diesen und alle anderen Jäger tabu!
Marion Selig
EU-Parlament gegen »Kampfstier«-Subventionen Eine erfreuliche Nachricht kam Ende Oktober aus Brüssel: Das EU-Parlament hatte sich im Rahmen der Abstimmung über den EU-Haushalt 2006 für die Streichung der Gelder für »Stierkampfbullen« ausgesprochen. In Zukunft würden dann nur noch EU-Prämien für Bullen gewährt, die nicht für den Stierkampf vorgesehen sind. Damit würde eine langjährige Forderung von Tierschutzverbänden und der Grünen erfüllt. Allerdings dürfen wir uns nicht zu früh freuen, denn dieses Abstimmungsergebnis bedarf noch der Zustimmung weiterer EU-Gremien. Dass das Parlament nun diese klare Position bezogen hat, darf aber zumindest als Teil-Sieg betrachtet werden.
Stephanie Elsner
EU-Umfrage: Verbraucher für mehr TierschutzEine im Frühjahr 2005 im Auftrag der EU-Kommission durchgeführte Eurobarometer-Umfrage bringt hervor: Europäische Verbraucher sind bereit, mehr Geld für Lebensmittel aus so genannter artgerechter Tierhaltung auszugeben; z. B. sind 57% willens, einen höheren Preis für Eier aus artgerechter Haltung zu bezahlen. Gleichzeitig wünschen sich die Verbraucher eine bessere Kennzeichnung dieser Produkte. Befragt wurden durchschnittlich 1000 Bürger in jedem der 25 Mitgliedstaaten. Gemäß der Umfrage gehen zudem 74 % der Verbraucher davon aus, durch ihre Kaufentscheidung eine bessere Tierhaltung fördern zu können. Darüber hinaus besteht im Allgemeinen die Ansicht, dass in der Agrarpolitik ihrer Länder dem Tierschutz zu wenig Gewicht beigemessen wird. Auf die breite Kritik einer nur unzureichenden Kennzeichnung reagierte EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou bereits und kündigte an, dass die EU-Kommission jetzt nach Möglichkeiten suche, die Informationslücke durch neue Kennzeichnungsinitiativen zu schließen.
Stephanie Elsner
Link-Tipp: VogelgrippeDie Ausbreitung der Vogelgrippe und die potentielle Gefahr der Übertragung auf den Menschen sind derzeit fast täglich Thema in den Medien. Wieder einmal sind Millionen Tiere z. T. »vorsorglich« getötet worden, weitere Tötungen sind zu befürchten.
Der Bundesverband stellt im Internet unter dem unten stehenden Link aktuelle Informationen zur Vogelgrippe, zu den Ursachen der weltweiten Ausbreitung, zu Möglichkeiten der Bekämpfung, zur Frage der Gefährdung des Menschen und zu vielen anderen Fragen zur Verfügung:
www.mag.tierrechte.de/23
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