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Artikel
»tierrechte« August 2003

Seite 1: Editorial








 
 
Liebe Leserinnen und Leser,

seit vielen Jahren schon hängt über meinem Schreibtisch zu Hause die Fabel »Vom Gewicht des Nichts«. Dieses mittlerweile schon vergilbte Blatt bekam ich bei einer der damals so großen Friedensdemonstrationen zu Ostern in die Hand. Für mich hat diese Fabel eine sehr enge Verbindung zu unserer Arbeit für die Rechte der Tiere.

In der Fabel wird erzählt: »Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke?« fragt eine Tannenmeise die Wildtaube. »Nicht mehr als Nichts« gab sie zur Antwort. »Dann muss ich dir eine wundersame Geschichte erzählen«, sagte die Meise. »Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing; nicht etwa heftig mit Sturmgebraus, nein, wie im Traum, lautlos und ohne Schwere. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und Nadeln meines Astes fielen und darauf hängen blieben. Genau 3741952 waren es. Als die 3741953. Flocke niederfiel - nicht mehr als Nichts -, brach der Ast ab.« Damit flog sie davon. Die Taube - seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage - sagte zu sich nach kurzem Nachdenken: »Vielleicht fehlt nur eines einzigen Menschen Stimme zum Frieden in der Welt.«

Wer von uns war nicht schon mutlos, wenn es scheinbar so gar nicht vorwärts ging. Denken Sie nur an unsere langjährigen Bemühungen um die Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz. Was anfangs noch unerreichbar schien, bekam dann die notwendigen Stimmen. War das nicht wie in der Fabel? Nur durch gemeinsame Beharrlichkeit erreichten wir das notwendige Gewicht.

Auch zum Thema Stadttauben fällt mir hier ein Vergleich ein. Vor mehr als zehn Jahren fand in Karlsruhe eine Tagung für Taubenschützer aus ganz Deutschland statt, um einen Weg zur Zusammenarbeit zu finden. Was damals noch ein Zukunftstraum war, ist heute fast schon eine Selbstverständlichkeit: die Bundesarbeitsgruppe Stadttauben mit ihrer konstruktiven und zukunftsweisenden Arbeit, die mittlerweile sowohl in Großstädten als auch in kleineren Gemeinden gefragt ist.

So gibt es sicher noch viele Beispiele von Hilfeleistungen für einzelne Tiere, kleinen und großen Aktionen, die zum Erfolg führten, wenn eine oder mehrere »Flocken« hinzukamen.

Meine Tätigkeit als Vorstandsmitglied liegt hauptsächlich darin, mit unseren Mitgliedsvereinen Kontakt zu halten und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Nur auf ein starkes Fundament aus aktiven Vereinen lassen sich Kampagnen und Initiativen aufbauen. Eine breite und gut zusammenarbeitende Basis zeigt unsere Stärke für die Rechte der Tiere. Bei aller Unterschiedlichkeit der Vereine, ob karitativ oder politisch tätig, ob kleine Gruppe oder großer Verein, jeder und letztendlich unser gemeinsames Gewicht zählt.

Um wieder zur Fabel zurückzukommen: Haben Sie schon Ihre »Keine-Mäuse«-Postkarte an Bundesministerin Künast geschickt? Oder mit Ihrer Unterschrift mehr Geld für tierversuchsfreie Forschung gefordert? Eine einzige Stimme - aber vielleicht die fehlende...

Es grüßt Sie herzlich

Brigitte Bork


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Kampagne »Keine Mäuse für Tierversuche«
Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 18. März 2010
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