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Interview: Der Mensch missachtet die Grundbedürfnisse der Pferde!

altSeit 25 Jahren erforscht Gertrud Pysall die Sprache domestizierter Pferde. Auf ihrem Hof in Nordrhein-Westfalen leben circa siebzig Großpferde und Ponys in unterschiedlichen Gruppen. Aus über 130 beobachteten Pferdevokabeln hat Pysall viele so übersetzt, dass sie vom Menschen anwendbar sind und von allen Pferden universell verstanden werden. Das von ihr entwickelte Motiva-Training ermöglicht ein tiefgreifendes Verständnis der innerartlichen Kommunikation und einen artgerechten Umgang mit dem Pferd.

Was bemängeln Sie an der gängigen Pferdehaltung und dem Umgang mit den Tieren in der Sport- und Freizeitreiterei?

In den letzten Jahren wurde viel über die Pferdehaltung nachgedacht und neue Stallsysteme erfunden. Im Vergleich zur früheren reinen Boxenhaltung hat sich manches auf dem Markt getan, aber leider sind wir noch nicht in dem Zustand, uns zurücklehnen zu können und zufrieden zu sein. Nehmen wir zum Beispiel die ganz modernen Aktivställe. Da gibt es häufig Automaten für Heu, in denen sich Futterluken öffnen, die sich nach 30 oder 45 Minuten wieder schließen, um sich dann nach zwei oder drei Stunden wieder für die gleiche Zeit zu öffnen. Die Pferde lernen das schnell und eilen zum Futter, fressen, was geht, und ziehen dann im letzten Moment den Kopf aus der Luke, wenn diese sich wieder schließt. Kein Pferd ist satt nach der Zeit oder zufrieden. Aus meiner Sicht unterbricht es den Fressvorgang, was ihm Stress macht. Ich habe bereits von Pferden gehört, die Magengeschwüre oder andere Stresssymptome bekamen, weil es dem natürlichen Fressverhallten der Pferde widerspricht. Es gibt sehr viel dazu zu sagen, was ein Buch füllen würde. Man sieht, nur weil etwas anders oder modern ist, ist es nicht zwingend pferdegerecht.

Paddockboxen, in denen die Pferde einzeln stehen und die Möglichkeit haben, vor die Tür zu gehen, sind besser als die Boxenhaltung, geben dem Pferd aber keine Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Pferden. Es kann keine Freundschaften pflegen und sich nicht in seiner Sprache verständigen. Das bedeutet eine starke Einschränkung des Lebensausdrucks und damit der Lebensqualität. Natürlich ist diese Haltung besser als ganz eingesperrt zu sein, aber gut ist diese Variante leider nicht. Dennoch sind viele Pferdehalter damit zufrieden, weil es besser ist als zuvor und man nicht genügend darüber nachdenkt, was Pferde zufrieden macht.

Im Grunde kann man sagen, dass dem Bedürfnis des Pferdes nach ausreichendem Sozialkontakt, Bewegung und ruhigen, ausgiebigen Raufutterzeiten Rechnung getragen werden muss, wenn man dem Tier gerecht werden will.

Der Umgang mit den Tieren hat sich noch nicht an das neue Wissen angepasst. Er ist nach wie vor häufig nicht im Sinne des Tieres, sondern das Pferd hat die Aufgabe, ein Bedürfnis des Menschen zu befriedigen. Um mit dem Tier wirklich artgerecht umzugehen, muss man viel über das Wesen des Pferdes wissen, damit man beurteilen kann, was seiner Art gerecht wird.

Wie ist zu erklären, dass viele Pferdehalter ihre Tiere einerseits fast vergöttern, andererseits im Alltag tierschutzwidrige Hilfs- und Zwangsmittel einsetzen, um die Tiere gefügig zu machen?

Wenn man sich vorstellt, wie schwer ein Pferd ist und welche Kraft es hat, kann man damit nur umgehen, wenn das Pferd sich fügt, also sich so verhält, dass Menschen es händeln können. Viele Jahre wurde gesagt, das gehe nur durch strenge, konsequente Erziehung. Das Fluchttier Pferd hat seine eigenen Gesetze und Vorstellungen vom Leben und wenn wir wollen, dass es gegen seinen Instinkt Dinge tut, die wir erwarten, dann glaubte man lange, das nur durch Druck und Schmerz erzwingen zu können. Die Techniken und Hilfsgeräte haben sich immer mehr perfektioniert im Sinne des Erfolgs und werden unter unterschiedlichen Deckmäntelchen als gut und richtig vermarktet. Das gilt auch für Trainingsmethoden. Indem man Dinge oder Tätigkeiten anders nennt, werden sie nicht harmloser für das Pferd.

Solange es im Sport noch geduldet wird, Pferde zusammenzuschnüren und im Training Geräte angewendet werden dürfen, die Pferde unter Schmerzen in Haltungen zwingen, sehe ich wenig Hoffnung, dass viele Pferdehalter umdenken. Es wird ihnen immer wieder glaubhaft vermittelt, all das will das Pferd, es schadet ihm nicht, und der Mensch ist einfach zu unkritisch, sich eigene Meinungen zu bilden und alle solche Methoden abzulehnen.

Der Grund dafür ist auch: solange man nichts Besseres weiß, greift man eben zur Tradition und dem Althergebrachten nach dem Motto „war immer gut.“

Was müsste sich im Umgang mit Pferden dringend ändern?

Das ist nicht so einfach. Man kann die Verhaltensveränderung von Menschen kaum erzwingen. Sie kann nur freiwillig erfolgen und das tut sie nur durch eigene Einsicht, eine Bewusstseinsveränderung. Um anders zu handeln, muss man anders denken, um anders zu denken, muss man mehr wissen.
Das bedeutet, es muss ein Umdenken stattfinden, indem Menschen lernen, wie Pferde wirklich sind, was sie wollen und brauchen.

Was hat Sie dazu gebracht, Ihre Beziehung zu Pferden grundsätzlich zu überdenken und zu verändern?

gpysall2 - webIch hatte vor vielen Jahren einen Beinaheunfall mit einem Pferd. Ich war mit ihm zusammen in einer Box, um es zu bürsten. Plötzlich erschrak es sehr und galoppierte auf der Stelle, trat und bockte und hatte erheblichen Stress. In der Zeit achtete es gar nicht auf mich und hätte mich auch durchaus getreten, wenn ich mich nicht in eine halbwegs sichere Position hätte bringen können. Mir ist damals daran bewusst geworden, wie wenig ich eigentlich von Tieren verstehe und weiß, obwohl ich dachte, es sei anders.

Ich wollte dieses Tier verstehen und fing an, meine 12 köpfige Pferdeherde zu beobachten, und dabei lernte ich, dass sie reden, dass Pferde in ständiger Kommunikation stehen und sich Dinge mitteilen. So hatte ich das nie gesehen, war es mir nicht aufgefallen. Ich fing mit meiner Forschung an und stellte fest, wie wenig man über Pferde weiß. In aller Fachliteratur, die ich hatte, stand darüber gar nichts drin, und ich lernte durch Beobachtung und Versuch und Irrtum, mich mit ihnen zu unterhalten. Dadurch wurde mir klar, wie banal und vereinfacht Menschen der Umgang mit dem Pferd vermittelt wird, und wie falsch dadurch vieles wird.


Wie beurteilen Sie den wachsenden Markt der so genannten natürlichen beziehungsweise alternativen Trainingsmethoden und die wachsende Zahl so genannter Pferdeflüsterer?

Ich glaube und hoffe, der Markt der sogenannten Pferdeflüsterer nimmt wieder ab, weil doch schon viele Menschen gemerkt haben, dass es im Grunde nicht viel bringt. Da wird inzwischen oft schon müde abgewunken, weil die Flüsterei nicht gehalten hat, was sie versprach. Insofern denke ich, vieles davon erledigt sich von selbst, aber was schlimmer ist, sind die alternativen Trainingsmethoden.

Wenn ich höre, das oder das sei natürlich, dann sträuben sich mir die Haare. Beobachten Sie einfach ihr Pferd und schauen selbst, ob es selbst irgendetwas von dem „Natürlichen“ in der Form jemals machen will oder tut. In einer Welt - einer modernen - wird natürlich gegessen, natürliche Kosmetik verwendet, natürlich erzogen und ausgebildet. Wir sind gewöhnt, dass sich alles ändert und naturnah oder natürlich wird und glauben das auch. An der sogenannten natürlichen Ausbildung von Pferden, die ich kenne, ist so gut wie nichts natürlich. Das Pferd wird gezwungen, Dinge zu tun, die ihm widerstreben und mit Druck und Gewalt, wenn es sein muss, trainiert, bis das Tier das macht, was man fordert. Dem Tier wird alles abgesprochen, was mit seinen Regeln und Bedürfnissen zu tun hat. Ich habe viele Pferde erlebt, die solche Trainings durchgestanden haben. Man kann einfach Gehorsam abrufen, aber seelisch sind sie gebrochen. Sie haben aufgegeben. Sie haben gelernt, nichts von dem, was Pferde ausmacht, dürfen sie anwenden, nicht die Sprache, nicht die Regeln, nicht die Rituale. Sie müssen völlig unsinnige Dinge tun, widersprüchliche Verhalten zeigen mehrmals hintereinander, und sie geben sich selbst dadurch auf, irgendwann.

Für den oberflächlichen Beobachter sieht es toll aus, das Pferd ist am seidenen Faden zu dirigieren, und es tut, was es soll. Da gilt es hinzusehen und sich zu fragen, warum ein Pferd irgendwann so wird und keinen eigenen Willen mehr hat und zeigt, und ob es das ist, was wir Menschen von Pferden wollen.

Ihr erstes Buch heißt „Was Pferde wollen“. Können Sie uns kurz erklären, was Pferde wollen?

Das ist eigentlich ganz einfach. Sie wollen das, was wir auch alle wollen.
Sie wollen verstanden werden. Pferde sind sehr soziale Tiere, sie sind geschaffen dafür, im Sozialverband zu leben und dort über eine rege Kommunikation in Verbindung mit den einzelnen Herdenmitgliedern zu stehen. Sie leben in einem sozialen Netzwerk, in dem Regeln den Alltag strukturieren und die Sicherheit der Einzelnen schützen.

Mit dieser Erwartung tritt ein Pferd in der Menschenwelt auf und wird derb enttäuscht, weil Menschen diese Regeln missachten und über diese Grundbedürfnisse der Pferde hinwegtrampeln. Pferde haben sehr wichtige Prägezeiten nach der Geburt, wodurch das Fluchttier Pferd als Fohlen schnell die wichtigsten Eigenschaften als Herdenmitglied erwerben kann. In den ersten Lebensstunden kann es instinktiv auf wesentliche Verhaltensweisen zurückgreifen, die es zum funktionierenden Herdenmitglied machen und die es selbst und die Herde nicht gefährden, falls die Herde in Gefahr kommt. Es kann schnell flüchten, erkennt die Mutter an Stimme und Geruch, kann sich selbst am Euter bedienen und sich sprachlich verständlich machen, so viel, wie zu der Zeit gebraucht wird. Diese sprachliche Kompetenz erwartet es auch von jedem, der ihm in den ersten Lebensstunden begegnet, also der Mutter in erster Linie, aber auch von allen anderen Pferden und bei den domestizierten Pferden auch vom Menschen, da dieser ja in seiner Prägezeit mit im Stall ist und somit zum Leben als dazugehörig erkannt wird. Das missachten bis heute die meisten Menschen im Umgang mit Pferden.

Es wird immer noch an das Ammenmärchen geglaubt, man solle seinem Pferd nicht in die Augen sehen, weil es in uns ein Raubtier vermuten kann. Stellen Sie sich mal vor, ob ein Pferd, unabhängig von Prägung, so dumm sein kann, mit uns zusammen zu sein, unsere Stimme zu kennen, auf seinen Namen zu hören, uns durch die Gegend zu tragen, sich streicheln zu lassen. Alles kennt es und tut es. Begegnen sich aber die Blicke, schaut man in seine Augen, dann hat es all das vergessen und vermutet in seinem Menschen ein Raubtier?! Sie merken schon, das ist völlig gedankenlos und unlogisch. Man kann seinem Pferd einfach ins Gesicht und in die Augen sehen, das ist überhaupt kein Problem, das mag bei Wildpferden anders sein, aber bei unseren domestizierten Pferden ist es völlig ok.

Es muss dringend nachgedacht und umgedacht werden in der Pferdewelt.

Was ist MOTIVA?

Ich habe das Kommunikationssystem der Pferde erforscht, also über 130 ihrer Vokabeln herausgefunden. Ich habe außerdem ihre sozialen Regeln ermittelt und zusätzlich die Rituale, womit die Pferde diese Regeln darstellen, erforscht und aufgeschrieben.

Ich brauchte einen Begriff für diese komplexen Zusammenhänge und habe mir dazu das Wort MOTIVA einfallen lassen. Ich lehre diese Sprache interessierten Menschen und trainiere sie, damit sie ihre Pferde verstehen und auch selbst diese Sprache sprechen können. Dieses Training nenne ich Motivatraining® und habe es als Marke in München eintragen lassen.

Können Sie MOTIVA an einem Beispiel konkretisieren?

Jeder Pferdehalter kennt das. Er kommt zu seinem Pferd, um es zum Reiten abzuholen.
Egal, ob es in der Box steht oder auf der Wiese, das Pferd wird versuchen, dicht an seinen Menschen heranzutreten und den Menschen „liebevoll“ zu berühren. Die meisten Pferdehalter freuen sich darüber und belohnen das Pferd, indem sie es auch streicheln. Hier ging es gerade nicht um ein Begrüßungsritual, sondern um eine Feststellung der Kompetenzen.

In Wirklichkeit ist hier eine Rangordnungsfolge geklärt worden.

Regel 1: Wer in den Individualraum des anderen eindringen darf, ist der Ranghöhere.

Ritual: Das Pferd tritt dicht an den Menschen heran.

Regel 2: Wer zuerst berührt, hat den höheren Rang.

Ritual: Das Pferd berührt den Menschen zart mit den Nüstern.

Beide Handlungen wurden vom Menschen geduldet und für freundlich und gut befunden.
Das bedeutet, der Mensch hat die Aussage des Pferdes, der Entscheidungsträger zu sein für das, was jetzt auf beide zukommt, bestätigt. Der Mensch hat freundlich unwissend genau das gemacht oder gesagt, was er NICHT will, nämlich dass das Pferd entscheidet. Auf die Anfrage des Pferdes hat er versehentlich die Entscheidungsgewalt auf das Pferd übertragen.
So einfach und schnell kann das gehen, und ab jetzt haben die beiden ein Missverständnis,
ein Problem, mit dem sie die nächsten Stunden umgehen, was nicht selten zum Streit führt.

Das ist nur ein winziges Beispiel aus dem Vokabelkatalog. Es lohnt sich, diese Vokabeln und Regeln zu kennen, um mehr Freude am Pferd zu haben und natürlich auch weniger Stress für die Pferde im Umgang mit uns. Denn wenn man dem Pferd die Entscheidungen auf seine Anfrage hin überträgt, dann aber nicht damit einverstanden ist und schimpft, damit kann ein Tier nicht umgehen. Würden wir Menschen in seiner Situation auch nicht können.

Was hat MOTIVA mit Tierrechten zu tun?

Mit dieser Antwort könnte man Bücher füllen. Jedes Tier hat das Recht auf respektvollen Umgang, Wahrung seiner Würde, artgerechte Haltung etc.
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Ohne dieses Thema bis in seine Tiefen zu erschöpfen, muss man sagen, Pferde haben sicher das Recht auf schmerzfreie Ausbildung, nicht gewaltsam unterworfen zu werden, sich in natürlicher Art ernähren zu können, Bewegung zu haben und Artgenossen, um ihre dringenden sozialen Bedürfnisse auszuleben.

Durch meine Lehre helfe ich den Menschen, Kompetenzen zu erwerben, um genau diese Rechte des Pferdes einzuhalten und zu sichern. Durch die „Sprachfähigkeit“ unter Beachtung der Regeln kann man sich Pferden stressfrei als Entscheidungsträger darstellen und dem Pferd die Entscheidung ermöglichen, sich freiwillig dem Menschen anzuschließen und gehorchen zu wollen. Wenn Gehorchen nicht aus Druck mit Stress geschieht, sondern freiwillig aus Einsicht und eigener Entscheidung, dann steht der Zusammenarbeit von Pferd und Mensch nichts mehr im Wege und die Unfallgefahr wird auf ein Minimum reduziert.
Im Gegenzug dazu steigen aber der Spaß und die gemeinsame Freude an der Arbeit und den Arbeitserfolgen, weil Zwang und Widerstand sowie Angst nicht mehr vorkommen. Der Mensch zeigt sich als vertrauenswürdig, weil er die Würde des Pferdes wahrt und respektvoll und wissend mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen umgeht. Und darauf haben alle Pferde ein Recht.

Wie reagiert die „Reiterszene“ auf Ihre Forschungsergebnisse?

Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Mit Freude sehe ich, immer mehr Menschen verstehen, was ich sage, probieren meine Forschungsergebnisse aus und erfahren, wie wohltuend es für Mensch und Pferd ist und die Beziehung zwischen beiden, MOTIVA anzuwenden.

Allerdings gibt es nach wie vor Gegner, Menschen, die an den althergebrachten Methoden festhalten und diese auch verteidigen und rechtfertigen. Manche Pferdehalter machen sich sogar lustig darüber, meinen, ihr Pferd brauche das nicht, es sei doch merkwürdig, was ich da behaupte.

Das sind Menschen, die nicht verstanden haben, worum es geht. MOTIVA ist eben keine Trainingsmethode, die man anwendet oder nicht, sondern es ist tatsächlich das Kommunikationssystem der Pferde, was so noch nirgends gelehrt und erklärt wurde. Allerdings wehren sich manche Leute eben dagegen, selbst die Sprache lernen zu sollen, sondern erwarten von einem Tier, dass es Menschensprache lernen soll und sind nicht bereit, den gleichen Aufwand auch selbst zu betreiben und eine „Fremdsprache“ zu lernen. Stattdessen machen sie sich darüber lustig. Das sind allerdings auch vorwiegend die Leute, die nicht nachdenken, nicht gut beobachten können oder wollen und nicht zu Veränderungen bereit sind. Die findet man ja in jeder Branche, das ist nicht nur bei den Pferden so.

Viel erfreulicher ist, dass es immer mehr Menschen gibt, die diesen hohen Wert erkennen und den Weg mit mir gehen, diese Erkenntnisse zu erlernen und umzusetzen. Ich bekomme viele Dankesschreiben von solchen Pferdeleuten, die sagen, wie einfach jetzt der Umgang geworden ist, wie vertraut das Pferd Dinge plötzlich tut, die es sonst niemals gemacht hat, und keine Trainingsmethode das herstellen konnte. Diese Briefe sprechen für sich und es werden immer mehr. Das ist schön, vor allem, weil jetzt diese Menschen erfahren, was und wie viel Ungeahntes passiert, wenn Pferde sich ernst genommen und verstanden fühlen. Es eröffnen sich Welten, die man sich so nicht vorgestellt hat. Aber um das zu erleben, muss man eben lernen und zwar von seinem Pferd, denn es ist der Muttersprachler, der in dem Fall kompetenter ist als der Mensch. Tut man das, ist der Lohn hoch.

Wie können interessierte Menschen MOTIVA erlernen und was für Voraussetzungen sollten sie mitbringen?

Wer MOTIVA lernen will, kann das zurzeit auf unserem Hof in Spenge tun. Wir verfügen über alle guten Bedingungen, die man zum Lehren braucht. Es gibt einen Seminarraum, Reithalle und reichlich Lehrpferde. Wir, das sind meine Tochter Franziska und ich, bieten auf unserer Reitanlage mit 50 eigenen Pferden alle Kurse an, die man braucht. Näheres finden Sie auf meiner Homepage www.motiva-training.de

Es gibt unterschiedliche Kurse, solche für Einsteiger und solche für die, die weiter lernen wollen. Voraussetzungen braucht man keine, außer den festen Entschluss, MOTIVA lernen zu wollen und den Mut, Althergebrachtes loszulassen und völlig neu zu denken. Vieles, was man routiniert immer gemacht hat, erweist sich plötzlich als falsch. Plötzlich bekommen Tätigkeiten und Denkweisen eine Bedeutung, wo man vorher meinte, es sei völlig egal. Es ist ein Umbruch, der spannend und lehrreich ist, wenn man diesen Weg geht. Ein „Jakobsweg der Erkenntnis“ könnte man sagen, je weiter die Menschen gehen, desto klarer wird alles.

Ich wünsche mir, dass viele Menschen den Entschluss fassen, MOTIVA Raum in ihrem Pferdeleben zu geben. Der Lohn ist nicht zu beschreiben und klingt so unglaublich, dass ich denke, das muss jeder selbst für sich erfahren und herausfinden. Dabei wünsche ich allen viel Freude und weiß, es wird ein neues Lebensgefühl für jeden „Motivamenschen“ mit seinem Pferd und der Beziehung zu ihm geben.


Das Interview führte Alexandra Weyrather.
Weitere Infos erfahren Sie unter: www.motiva-pysall.de

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